Endlich durchschlafen – 15 Tipps für strapazierte Eltern

Jede Nacht das Gleiche: um 3 Uhr morgens steht das Kind im Schlafzimmer und kann nicht mehr schlafen. Viele Kinder haben diese Wachphasen und sie können für alle sehr anstrengend sein. Aber was können wir als Eltern dagegen tun? Abwarten, denn es ist nur eine Phase und geht vorüber. Oder, falls euch die Phase zu lange dauert, sind hier ein paar Tipps zum besseren Durchschlafen mit Kleinkindern.

1. Regelmäßiger Tagesablauf

Wenn man jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett geht, dann stellt sich der Körper darauf ein. Genauso, wenn man jeden Tag früh aufsteht. Legt also Regeln fest, wann ins Bett gegangen wird und wann ihr (alle) aufsteht. Wenn euer Kind Nachts aufsteht um mit euch zu kuscheln, dann beschränkt es aufs kuscheln und nicht auf Gespräche. Zeigt eurem Kind, das ihr Nachts schlafen wollt und es keine Chance hat, dies zu ändern.

2. Mehr Bewegen

Wer sich tagsüber auspowert, hat nachts meistens weniger Lust aufzustehen. Also versucht es mit mehr Bewegung. Ihr müsst dafür noch nicht mal viel Sport treiben, versucht nur, die Bewegung zu erhöhen z.B. durch einen Spaziergang mehr am Tag, ein bisschen rangeln zwischendurch oder ein paar Bewegungsspielen für drinnen.

3. Fernsehen einschränken

Beim Fernsehen schaltet der gesamte Körper komplett weg. Das ist eine Ruhepause ohne wirkliche Erholung. Daher kann es bei Schlafstörungen helfen, das Fernsehen einzuschränken. Und wenn euer Kind sich dadurch langweilt, ist das auch nicht schlimm. Denn Kinder dürfen sich auch mal langweilen und sollten eigentlich in der Lage sein, schnell eine andere Beschäftigung zu finden. Ob sie den Eltern gefällt, lass ich mal dahingestellt 🙂

4. Mittagsschlaf oder doch anders ausruhen?

schlafendes Kind
Bei Mama schläft man am besten

Wenn euer Kind Nachts nicht schlafen möchte, es aber Mittagsschlaf macht, könnte man versuchen den Mittagsschlaf wegzulassen. Ich weiß, das kann manchmal sehr schwierig sein.

Unser Kleiner war zwar „nie müde“ aber hat Mittags dann doch immer 2 Stunden gepennt. Wenn er seinen Schönheitsschlaf nicht bekommen hat, war er unausstehlich. Aber Abends konnte er dann nicht mehr runterkommen. Wir haben dann den Mittagsschlaf langsam reduziert und statt dessen etwas ruhiges gemacht wie lesen oder puzzeln.

5. Auf den Schlaf vorbereiten

Sandmann gucken, Zähne putzen und Gutenachtkuss geben ist kein richtiges Einschlafritual. Wenn euer Kind schon unruhig schläft, solltet ihr ihm den Weg in den Schlaf ein bisschen erleichtern. Abends bei Mama und Papa im Bett noch ein Buch lesen hilft dem Kind, einmal runterzukommen. Und dann ins Kinderbett und nochmal kuscheln und…

6. …mit dem Kind reden

Wenn ihr sowieso schon kuschelt, dann redet nochmal miteinander. Lasst euch erzählen, was euer Schatz am Tag so erlebt hat. Oftmals schlafen Kinder unruhig, weil sie mit dem Tag noch nicht abgeschlossen haben. Das reden hilft, alles zu verarbeiten und euer Kind kann besser durchschlafen.

Ich bin ein großer Freund von Einschlafritualen. Bedenkt allerdings immer, das man Rituale wiederholt. Überlegt euch also, welche Rituale ihr über längere Zeit durchhalten könnt, damit ihr alle etwas davon habt.

7. Abends kein fettes Essen

Wir alle kennen das, wer abends noch ein Schwein auf Toast verdrückt, der kann nicht gut schlafen. Das gleiche gilt für zu viel Süßigkeiten. Lieber etwas leichtes und auch nicht direkt vorm Schlafengehen sondern lieber eine Stunde davor.

8. Windeln – Nachts die guten

Wir haben Tagsüber immer günstige Windeln verwendet und Nachts die teuren (einer bekannten Windelmarke). Wenn euer Kind sich immer durch pinkelt oder mit den günstigen Windeln nicht durchschläft, versucht mal Markenwindeln. Die 20 kg die drauf stehen halten sie zwar nicht, aber ein oder 2 Liter saugen die schon fast auf. Und wenn die trotzdem nicht mehr halten dann…

9. …weniger Trinken

Trinken ist sehr wichtig. Aber wenn euer Kind jede Nacht aufsteht, weil es mal muss, ist es vielleicht ein bisschen viel des Guten. Lieber Tagsüber trinken lassen und vorm ins Bett gehen einmal aufs Klo. Und wenn euer Kind Trinken mit ins Bett bekommt, dann einfach ein bisschen weniger mitgeben. Es hilft auch gut, wenn das Kind nach 18:00 Uhr nur noch Wasser bekommt und sich beim Essen nicht satt trinken darf.

10. Auf die Temperatur achten

Meistens schlafen wir besser, wenn es kühl ist. Also rechtzeitig die Daunendecke gegen die Sommerdecke wechseln. Nachts auch gerne lüften oder die Tür auflassen.

11. Richtig anziehen

Schaut euch euer Kind morgens an. Ist es verschwitzt, hat es vielleicht zu viel an, wenn es ganz kalt ist, dann vielleicht zu wenig. Strampelt es Nachts die Decke weg, wäre vielleicht eine ganz leichte Decke und ein dick eingepacktes Kind die Lösung.

12. Kekskrümel? Nein Danke

Nicht nur Kinder leiden unter Schlafmangel
Nicht nur Kinder leiden unter Schlafmangel

Achtet darauf, das im Bett nichts liegt was stört. Es soll Kinder geben, die im Bett Naschen oder sogar darin spielen. Meine natürlich nicht, die sind dafür viiiiel zu gut erzogen und machen das nie in ihrem eigenen Bett (nur in meinem). Und Legostein können schon mal stören, wenn man darauf liegt.

13. Kein blaues Licht

Blaues Licht bringt den Körper zum Aufwachen. Also keine blauen Nachtlichter.

14. Babys und Kleinkinder nicht zusammen legen

Wenn ihr Nachts stillen müsst, dann solltet ihr versuchen, die Kinder zu trennen. Jede Unterbrechung der Nachtruhe wird von dem großen Kind registriert, auch wenn es weiterschläft. Das ist nicht nur störend, im schlechtesten Fall gewöhnt sich das große Kind einen „Aufwachrhythmus“ an.

15. Mit dem Kind zusammen ins Bett gehen

Viele Kinder haben Angst, etwas zu verpassen wenn sie schlafen. Wenn ihr auch schlaft, dann verpassen sie ja nichts (zumindest theoretisch). Außerdem gibt es Sicherheit, wenn Mama oder Papa im Bett nebenan liegen. Und wenn ihr nach 20 Minuten wieder aufsteht, ist euer Kind meistens schon eingeschlafen.

16. Wenn nichts funktioniert: Aufgeben und Betten tauschen

Wenn ihr wirklich alles versucht habt, aber ihr immer noch nicht durchschlaft, sollte einer von euch für eine Zeit das Bett mit dem Kind tauschen. Dann kann wenigstens einer aus der Familie durchschlafen 🙂

Externe Links

Das waren meine 15 Tipps (und ein Rat) zum durchschlafen für strapazierte Eltern. Eventuell wisst ihr das ja schon, aber jedes Kind ist anders. Es kann also sein, das manche Dinge die ich geschrieben habe bei euch nicht funktionieren. Oder sie sind nur sehr schwer umzusetzen, z.B. in einem Gemeinschaftsbett. Denkt bitte dran, die Liste besteht aus Vorschlägen, was ihr evtl. anders machen könnt, sie ist keine Anleitung „So schläft euer Kind super durch“. Probiert aus, was ihm Probleme macht und eliminiert es dann.

Und noch ein letzter Tipp: Genießt die Zeit, wo euer Kind euch noch so braucht :). Auch wenn es anstrengend ist, es kommt die Zeit wo ihr das Smartphone um die Aufmerksamkeit eures Kindes beneidet. Und dann kommt einem das Durchschlafen auf einmal nicht mehr ganz so wichtig vor.

Ich wünsche euch eine entspannte Zeit,

Thomas

2 Kommentare zu “Endlich durchschlafen – 15 Tipps für strapazierte Eltern

  1. Das sind wirklich tolle Tipps – die hin und wieder mal helfen, aber leider nicht dauerhaft…schlechter Schläfer bleibt schlechter Schläfer, würde ich sagen.

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