Haustiere – Mehr als nur Mindestmaß

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Oft wünscht sich unser Kind ein Haustier. Aber welches sollen wir nehmen? Und welche Ansprüche hat es? Und was passiert, wenn wir es nicht mehr halten können? Antworten auf diese Fragen liefert euch meine Serie „Mehr als nur Mindestmaß“

Verantwortung gegenüber dem Tier

Zuerst einmal, wir kaufen zwar unseren Kindern ein Tier, aber verantwortlich sind wir. Denn ein Kind, gerade eines im Kindergartenalter, wird nicht in der Lage sein, ganz alleine ein Tier zu versorgen. Trotzdem sollten wir es mit anpacken lassen, denn Tiere halten heißt auch Verantwortung haben. Darüber hinaus sollte man genau wissen, was ein Tier braucht und ob man bereit ist, Folgekosten z.B. für Tierarzt zu zahlen. Unser Kater hatte gerade eine Wärmebestrahlung von Knochenwucherungen am Rücken, und ja, es ist so teuer, wie sich das anhört.

Tierwohl über Wünsche stellen

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Nicht jedes Tier ist als Haustier geeignet

Oftmals wünschen sich Kinder irgendwelche Tiere, die wir ihnen nicht kaufen können. So sollte jedem klar sein, das die Haltung von einem Pferd in einer 3 Zimmerwohnung im 4. Stock schon zu logistischen Problemen führen kann. Auch wird der Wunsch nach einem Löwen eher selten positiv beantwortet. Aber auch bei den gängigen Haustieren machen wir oft Fehler, die dazu führen, dass das Tier leidet.

Ein Beispiel hierfür wäre, wenn ein Kind ein Kaninchen und das andere ein Meerschweinchen will. Beide Tiere soll man nicht alleine halten, aber es sind ja 2, also hält man sie zusammen. Nur hat man dann 2 Tiere, die beide alleine sind. Denn die beiden können nicht miteinander kommunizieren und leiden stumm vor sich hin. Und uns fällt es nicht auf, denn die Tiere können sich uns nicht mitteilen, oder?

Schau genau hin

Viel können wir schon an dem Verhalten der Tiere erkennen. Sind sie apathisch, lebhaft, schreckhaft oder aggressiv? Und wir sollten darauf achten, was sie uns NICHT zeigen. Wenn man einmal den Unterschied zwischen Kaninchen im Käfig und Kaninchen im Freilauf gesehen hat, weiß man, wo sich die Tiere wohler fühlen. Kaninchen laufen, buddeln, springen. Alles, was sie im Käfig nicht machen können leben sie aus, wenn sie nur den Platz dazu haben.

Vögel haben Flügel zum Fliegen. Katzen haben Krallen zum Klettern und Kratzen. Wenn wir nicht erlauben, das sie dies tun, beschneiden wir ihre Lebensqualität.

Was tun bei Problemen?

Wenn wir uns ein Tier angeschafft haben, ist es relativ leicht, es wieder loszuwerden. Wir haben zu viele Fische? Ab ins Klo damit. Die Katze nervt nachts? Dann aussetzen, sie kann ja für sich selber sorgen. Ich habe keine Zeit mehr für den Hund? Ab ins Tierheim damit. Nicht alles legal, aber gesellschaftlich fällt dies oftmals unter den Tisch. So erfrieren unsere Fische elendig in Dreckwasser und die Katze wird vom Jäger geschossen. Aber wir müssen es nicht sehen, daher ist es „Human“.

Eigentlich sollte dies nicht notwendig sein, wenn wir uns vorher intensiv mit der Tierhaltung auseinander gesetzt haben. Wenn wir uns trotzdem bei einem Tier geirrt haben (z.B. weil eine Allergie auftritt oder wir den Vermehrungsdrang der Fische doch unterschätzt haben) dann sollten wir die Tiere versuchen vernünftig abzugeben und nicht zur los zu werden. Viele Tiere können über Kleinanzeigen vermittelt werden, oftmals kann man auch eine Pflegebeteiligung organisieren. Manches störende Verhalten kann aberzogen werden. Das ist meist nicht der einfachste und schnellste Weg, aber wir haben mit der Anschaffung des Tieres die Verantwortung übernommen.

Tierliebe oder Quälerei?

Was aber, wenn wir das Tier eigentlich behalten wollen, obwohl wir Probleme haben, ihm das zu bieten, was es braucht (z.B. der Umzug in eine neue Wohnung oder ein neuer Vollzeitjob)? Oft wird gesagt: „Aber ich liebe ihn/sie doch so!“ Nur wenn wir ein Tier, welches wir lieben, leiden lassen, ist dies keine Liebe sondern Selbstliebe. Natürlich ist es schwer, seinem Kind zu sagen, das man Schnuffi abgeben muss. Aber wenn das Kind Schnuffi ein gutes Zuhause bieten möchte, wird es dies auch verstehen.

Das gilt vor allem für den letzten Weg, wenn ein Haustier sehr schwer krank ist. Es ist nie leicht, ein Tier einschläfern zu lassen, wenn es aber dadurch von Schmerzen erlöst wird, sollten wir auch dazu bereit sein.

Erst informieren, dann anschaffen

Leider werden Tiere oft spontan und nach dem Aussehen beim Händler ausgesucht und nicht nach ihren Bedürfnissen. Oder sie haben Eigenarten, mit denen wir nicht gerechnet haben. Oder sie sind arbeits- und kostenintensiver als wir dachten. Also am besten vorher einmal überprüfen, was kann ich mir überhaupt holen, wie alt wird das Tier, welche Kosten erwarten mich und was ist darüber hinaus zu beachten.

Wusstet ihr, das nicht jeder Tierarzt Reptilien behandeln kann? Oder das für Minischweine, die wir als Haustiere halten, die gleichen Verordnungen gelten, wie für Schlachtvieh?

Gleiches gilt auch für Tiere, die wir aufnehmen, weil sie uns leid tun. Klassisch ist hier der Fall der Fische „die sonst ins Klo gespült werden würden“. Wenn wir ein Tier aufnehmen, es aber nicht versorgen können, sind wir dafür verantwortlich. Also sollten wir versuchen, ihnen anders zu helfen, zum Beispiel sie zu vermitteln, die Person anzeigen oder aber ihr bei der Haltung helfen. Ob wir das immer umsetzen können, ist fraglich. Aber es ist besser, als wenn wir uns selber zum Tierquäler machen.

Vertrauen - Downloaded by Pixabay
Hier herrscht viel Vertrauen

Zuletzt gibt es für fast alle Tiere irgendeine Aufnahmestation in eurer Nähe. Dies ist auch eine gute Adresse, wenn man sich ein neues Tier anschaffen möchte. So werden nicht Unmengen an Tieren nachgezüchtet und ihr gebt einem verstoßenen kleinen Racker ein neues, warmes Zuhause.

Wenn ihr jetzt mit dem Gedanken spielt, euch ein Tier anzuschaffen, aber nicht genau wisst, welches es sein soll, dann schaut euch meine Serie: „Mehr als nur Mindestmaß!“ an, bei der ich euch meine Erfahrungen und Probleme mit Tieren darstelle. Wir hatten schon diverse unterschiedliche Tiere. Ich bin in viele Fallen getappt und einiges, was ich oben geschrieben habe, kann man mir auch vorwerfen. Ich möchte euch mit meinen Erfahrungen helfen, die beste Entscheidung für euch, eure Kinder und euren zukünftigen Mitbewohner zu treffen.

Viele Grüße und eine entspannte Zeit,
Thomas

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