Kind und Tier – eine tolle Beziehung

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Haustiere wirken sich nachweislich positiv auf die Entwicklung von Kindern aus. Aber was macht Tiere so wichtig für Kinder und deren Entwicklung? Und was müssen wir beachten, wenn wir uns Tiere anschaffen?

Kinder und Tiere – Die Beziehung

Tiere halten dem Kind den Spiegel vor

Tiere spiegeln das Verhalten der Kinder. So merken Tiere, ob das Kind traurig oder glücklich ist, ob es toben will oder schmusen. Sie reagieren auf die Dinge, welche das Kind tut und zeigen eine Reaktion. Das trifft zwar auch auf z.B. die Eltern zu, aber wir Menschen sind nicht so ehrlich wie Tiere und haben ein anderes Selbstverständnis auf ein Kind zu reagieren. So werden wir niemals Angst zeigen, wenn sich unser Kind in unserer Gegenwart schnell bewegt (solange es dabei nicht auf einen Abgrund oder Strasse zu rennt). Ein Meerschweinchen schon.

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Katzen sind von klein auf tolle Spielgefährten

Tiere ändern auch ihr Verhalten. So wird ein Kaninchen erst zahm, wenn das Kind sich ihm gegenüber respektvoll verhält. Eine Katze wird dem Kind ausweichen, wenn es zu wild ist und schmusen, wenn es sich beruhigt. So werden wichtige Verhaltensregeln gefördert, welche ihnen im gesamten Leben nützen werden.

Verantwortung übernehmen

Meine Kids diskutieren gerne. So wird diskutiert, ob das Zimmer wirklich dreckig ist, ob sie die Zähne selber putzen müssen oder ob die Hände wirklich zu müde sind, um sich anzuziehen. Aber wenn ich gesagt habe: Du bist heute dran mit Fische füttern! gab es nie eine Diskussion. Nachdem ich erklärt hatte, das Fische durch zu viel Futter krank werden, wurden die Futtertabletten akribisch abgezählt (sogar von einem 2-Jährigen) und zum Fressen zog man sich zurück, um zuzuschauen wie die Fische das angebotene Futter nahmen.

Da Tiere viel „hilfloser“ sind als Kinder, nehmen sie die Verantwortung für Tiere an und handeln entsprechend. Natürlich muss ein Erwachsener überwachen, was das Kind gerade macht, denn die eigentliche Verantwortung (und Strafbarkeit) liegt weiterhin bei uns Eltern. Aber durch eine gewisse Weitsicht und klare Anweisungen lässt sich dies relativ einfach realisieren. So kann man Futter schon vorher abzählen oder man akzeptiert auch einmal, das der Kater statt 3 Leckerlies eine ganze Packung erhalten hat (weil er so traurig geguckt hat).

Tiere führen Kinder in neue Welten

Themen wie Geburt, Tod, Wachstum oder Krankheit werden durch Tiere ganz natürlich an das Kind herangetragen. Es ist nicht alles schön, aber das Kind lernt dadurch, mehr in der Realität zu leben. Ein Kater mit Auslauf wird tote Mäuse mit nach Hause bringen (oder lebende, die er töten möchte). Er wird sich prügeln und auch mal für mehrere Tage verschwunden sein. Das Kind macht sich Sorgen, fühlt mit dem armen Kater mit, wenn er wieder verletzt ist (weil er böswillig aus dem Hinterhalt angegriffen wurde) und beruhigt ihn, wenn der Tierarzt ihm eine Spritze geben muss.

Ob wir Eltern wollen, das unser Kind mit solchen Dingen konfrontiert wird, muss jeder für sich selber entscheiden. Aber Kinder werden mit diesen Themen immer irgendwann konfrontiert und wenn sie dann unvorbereitet sind, ist es meist schlimmer. Wenn sie von vornherein damit aufwachsen, können sie später mit ähnlichen Situationen besser umgehen.

Lesetipp: Zu Dumm oder nur langsam – Wie lernen Kinder?

Herumtollen, beobachten, versorgen

Ein weiterer schöner Nebeneffekt ist, das Tiere unsere Kinder beschäftigen. Egal ob sie füttern, spielen oder beobachten. Bei diesen Beschäftigungen sind sie meist hoch Konzentiert und voll bei der Sache. Und danach kommen sie stolz zu uns und erzählen, was sie gemacht haben.

Natürlich machen uns Tiere mehr Arbeit, als sie uns mit den Kindern abnehmen. Es ist auch nicht der Sinn von Haustieren, unsere „Arbeitszeit“ mit Kindern zu verkürzen. Aber die Zeit, die das Kind mit dem Tier verbringt ist hochqualitativ und fördert ein Kind in hohem Maß. Und wir Eltern haben in der Zeit meist einen kurzen Augenblick zum durchatmen (oder können uns auf andere Dinge konzentrieren, ohne unser süßes „Balg“ an den Hacken zu haben :))

Der Anker in einer sich verändernden Welt

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Bin ich niedlich?

Egal ob die Trennung der Eltern, ein Umzug, der Übergang von Kindergarten zur Schule: Gerade Tiere mit einer persönlichen Beziehung zum Kind helfen ihm, mit Veränderungen klar zu kommen. Sie trösten, beschützen, sorgen für Beschäftigung und lenken ab. Aber sie stellen auch eine Konstante, die sich nicht ändert und bilden so einen Anker für das Kind, an dem es sich festhalten kann. Mit dem Tier kann das Kind auch Geheimnisse haben und ihm sein Herz ausschütten.

Welches Tier sollte ich meinem Kind kaufen?

Hier solltet ihr erst mal schauen, wie viel Zeit IHR für das Tier habt. Denn letzten Endes wird ein Kind nicht alleine für ein Tier sorgen können. Statt dessen habt ihr die Verantwortung, das Kind bei seiner Pflege zu kontrollieren. Daher solltet ihr ein Tier immer als Familie holen.

Dann besprecht, was dem Kind gefallen würde. Schaut euch die Tierart im Internet an, googelt Informationen und Bilder. Prüft den Platzbedarf, mögliche Krankheiten, mögliche Partner und Kosten. Schaut, ob ihr irgendwo jemanden kennt, der auch solche Tiere hat und sprecht mit ihm. Lasst euch anständig beraten. Und wenn alles passt, dann bereitet die Ankunft vor und holt es euch.

Denkt bitte dran, das nicht nur Tierhandlungen Tiere anbieten, sondern auch Tierheime oder privat Tiere (z.B. über Ebay-Kleinanzeigen) angeboten werden, welche aus Notsituationen kommen und Hilfe bräuchten. Oft sind diese Tiere günstiger und die Beratung ist besser als in der Tierhandlung.

Mehr als nur Mindestmaß

Achtet auch auf meine Serie „Mehr als nur Mindestmaß“. Dort möchte ich euch zeigen, welche Probleme ich mit verschiedenen Tieren hatte. Letzten Endes sind Tiere wirklich toll. Noch toller sind sie, wenn sie glücklich und gesund sind. Denn nur dann hat man Kind und Tier in einer tollen Beziehung.

Habt ihr auch Tiere oder hättet gerne welche? Schreibts in die Kommentare 🙂

Viele Grüße und eine entspannte Zeit,
Thomas

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