Kinder anziehen – 6 Tipps zum Wäschewechsel

Timo soll sich anziehen. Oder ausziehen. Er kann das aber nicht. Gestern konnte er es noch, heute hat er es verlernt. Wie können wir es ihm wieder beibringen? Oder müssen wir das jetzt wieder übernehmen? Jan kann sich zwar an- und ausziehen, aber er hat so viel anderes zu tun. Mit anderen Kindern reden, Mama knuddeln, spielen, rumrennen, tanzen,… da kommt er einfach nicht voran.

Problem

Natürlich kann Timo sich noch alleine anziehen. Aber es ist so schön bequem, wenn Mama das macht. Und man kann noch ein bisschen Zeit schinden, um später ins Bett zu gehen oder Mama noch ein bisschen für sich zu haben. Uns passt es aber manchmal gar nicht, gerade wenn wir im Stress sind. Daher helfen wir und unser Lüdder hat gewonnen. Und lernt, wenn es besonders stressig ist, kann ich das bei Mama und Papa am besten durchdrücken. Besser ist es, wenn er sich selber anziehen muss.

Habt ihr schon mal in voller Wintermontur vor der Tür gestanden, musstet noch kratzen, ein Baby auf dem Arm und euer Spross klagt herzzerreißend: „Ich kann das nicht… *sniff*“? Dann wisst ihr, wovon ich hier rede 🙂

Lösung

Leichte Kleidung

Hier ist nicht gemeint, das ihr eure Jungs und Mädels in Seidenunterwäsche rausschicken sollt. Die Kleidung sollte für das Kind leicht an- und auszuziehen sein. Dies ist gerade im Kindergarten wichtig, da die Erzieher meist keine Zeit haben, alle Kinder selber umzuziehen. Schnürschuhe, klemmende Reißverschlüsse, zu enge Hosen, all das demotiviert und hilft niemandem. Schaut also nicht nur auf das Aussehen, sondern auch, ob die Klamotten praktisch sind.

Unser Großer hatte sich damals Stoffschnürschuhe geholt. Die guten Stücke habe noch nicht mal ich an seine Füße bekommen. Aber die wollte er immer anziehen. Richtig Toll…

Auswahl einschränken und vorbereiten

Gerade beim Anziehen können sich Kinder oftmals nicht entscheiden, was sie nun tragen wollen. Oder sie entscheiden sich für etwas, was unpassend ist (Gummistiefel zur Hochzeit, Jeansjacke im Winter). Wenn wir ihnen die Auswahl nehmen, klappt alles viel schneller. Im Winter können wir die Jeansjacke in den Schrank hängen. Die Schuhe können wir schon hinstellen. Das Outfit für den nächsten Tag kann das Kind am Abend vorher auswählen und die Lieblingsmütze wird an die Tür gehängt. Schon geht das Anziehen leichter und es muss nichts mehr gesucht werden.

Stresskleidung vermeiden

Hat euer Kind auch Kleidung, die es nicht anziehen möchte? Findet heraus, wieso nicht. Manchmal juckt die Kleidung oder das Schild kitzelt im Nacken. Manche Kleidungsstücke bringen uns zum schwitzen, andere finden wir einfach hässlich. Zwingt es nicht, diese Stresskleidung anzuziehen. Versucht lieber, ihm andere anzubieten. Wenn es gar nicht anders geht, dann erklärt ihm, wieso nicht. „Die andere Mütze ist nass, daher wasche ich sie gerade. Dann hängen wir sie gleich über die Heizung und morgen kannst du sie wieder anziehen!“ bringt meistens mehr als „Zieh die an, die andere ist dreckig und wir müssen los!“

Gegeneinander ausspielen

Gerade im Kindergarten gibt es häufig Kinder, die die gleichen Probleme mit dem Anziehen haben. Sie sind abgelenkt oder haben keine Lust. Hier kann man prima einen Wettbewerb ausrufen. Etwas wie: „Ihr seit Feuerwehrmänner, es brennt und ihr müsst ganz schnell in eure Ausrüstung. Wer ist eher fertig? Uuuuund LOOOOOOSSSSS!!!!“ Aufgeregtes Klatschen und Zujubeln helfen, die Motivation hoch zu halten. Die Kinder entwickeln ungeahnte Kräfte (und Geschwindigkeiten, die man ihnen gar nicht zugetraut hätte). Man selber steht als Held da, wenn sich auch das andere Kind auf einmal schnell umzieht. Und Spaß macht es auch noch… (wofür haben wir denn Kinder, wenn wir nicht auch mal Blödsinn mit ihnen treiben dürfen? Nur die Meinung eines Vaters…)

Singen

Klingt anfangs ein bisschen komisch. Singen? Ja, ich singe meinem 3-jährigen Sohn immer den nächsten Anzieh/Ausziehschritt vor (zumindest wenn gerade kein anderer Erwachsener dabei ist). Das klappt erstaunlich gut. So weiß er, was als nächstes zu tun ist, das Anziehen macht Spaß, Papa macht sich zum Affen und alles ist super. Der Text ist nicht wahnsinnig kompliziert:
Arik, zieh die Schuhe an. Arik, zieh die Schuhe an. Arik, zieh die Schuhe BITTE an….
Arik, zieh die Jacke an. Arik, zieh die Jacke an. Arik,….
Hier muss ich allerdings gestehen, dass er schon immer auf singen stand (das Lied: Arik hat nen Pup! zur Melodie von „Ein Schneider fängt ne Maus“ war der Knaller beim Wickeln). Wenn eure Kinder sowas mögen, dann hilft es garantiert.

Verkleiden spielen

Das ist ein tolles Spiel. Ihr legt in einen Raum (z.B. das Kinderzimmer) alle möglichen Kleidungsstücke. Wintersachen, Sommersachen, Hosen, Shorts, T-Shirts,Röcke und Kilts (sofern vorhanden). Gut passen auch Kostüme, wenn ihr welche habt. Dann geht ihr mit eurem Kind in einen anderen Raum und sagt: Ich wünsche mir einen Eskimo. Euer Kind rennt nun in sein Zimmer und muss sich möglichst schnell in einen Eskimo verwandeln (Mütze, Schal, Dicke Jacke). Wenn es das schafft, gibt’s eine kleine Belohnung, z.B. könntet ihr ihm/ihr einen Stern basteln, der zeigt, das hier ein Model wohnt. Beim ersten mal zeichnet ihr den Stern, beim 2. mal malt ihr ihn an und für jedes weitere Umziehen schreibt ihr einen Buchstaben vom Namen eures Kindes (oder aber einen Teil des Namens, wenn es Maria Claudia Anna Sabine von Hohenwutz heißt).

Dieses Spiel hat viele Vorteile. Euer Kind bewegt sich, lernt sich anzuziehen, benutzt seine Fantasie und muss überlegen. Ihr habt zwischendurch immer einen Moment für euch und könnt in Ruhe einen Kaffee trinken. Win/Win 🙂

Kennt ihr eigentlich schon meine „Spiele für Drinnen“-Serie?

Und noch ein 7. Tipp – Geduld

Wenn euer Kind anfängt, sich selber an- und auszuziehen, dann braucht es Zeit. Gebt sie ihm. Es muss viele verschiedene Dinge beachten (Womit fange ich an, was kommt danach, wie bekomme ich was wo rein). Das ist schwer, daher braucht es Übung. Versucht jeden Tag ein paar Minuten mehr einzuplanen. Und dann lasst es euer Kind versuchen, und helft nur, wenn es gar nicht klappt. Durch die Übung wird euer Kind es viel schneller lernen und ihr bekommt Zeit, wenn ihr es mal eilig habt.

Linkliste

Auch zu diesem Thema habe ich wieder interessante Links im Netz gefunden.

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar nützliche Tipps geben und so den Stress ein bisschen mildern. Wenn ihr noch mehr Tricks habt, und/oder der Artikel euch gefallen habt, lasst doch bitte einen Kommentar da. Viele Grüsse und eine entspannte Zeit,

Thomas

Hinterlasse eine Nachricht

Deine Emailadresse wird nicht veröffentlicht. Required fields are marked *