Zeit für Eigenlob – #GutGemacht

#GutGemacht

Eigenlob stinkt nicht, sofern es begründet ist. Wie oft habt ihr eure Kinder schon angesehen, sie mit anderen verglichen und euch gesagt:“Gut das ich DICH habe (und nicht den Anderen da hinten)“. Jeder hat etwas, bei dem er sich selber sagt: „Das habe ich gut gemacht, so soll laufen.“ Meine Erlebnisse dazu in der Blogparade von http://www.mamaontherocks.com/ #GutGemacht

Mein persönliches #GutGemacht

Mein persönliches #GutGemacht fing an, als unser Großer geboren wurde. Kennt ihr das noch? Man ist total verunsichert, aber man hat Glück: Alle sind quasi über Nacht Experten für Kinder. Jeder kann euch ganz genau sagen, was ihr machen müsst. Und vor allem, was ihr falsch macht. Es gab bei uns 3 Gruppen

  1. Bekannte mit Kindern
    Hier hat man viele wertvolle Tipps erhalten, wo die eigenen Fehler liegen. Man wickelt falsch, nimmt die falsche Windel, muss das Kind anders halten. Man schimpft zu viel, zu wenig, ist zu vorsichtig, zu nachlässig. Und immer ist das Kind der Bekannten irgendwie schneller als das eigene (was sicherlich daran lag, das sie alles richtig gemacht haben).
  2. Bekannte ohne Kinder
    Diese Gruppe war noch viel besser. Oftmals nach nur 2 Minuten war mein Kind total entschlüsselt (ist mir bis heute nicht gelungen). Sie wussten zu jedem Thema einen Ratschlag, wie oft wir unsere Kinder abgeben müssen, wann sie schlafen sollen, wie viel Essen sie brauchen, etc. Ich fand es damals bewundernswert, wie viel sie schon vor dem ersten eigenen Kind wussten. Ich wusste es offensichtlich nicht…
  3. Fremde
    Leute, die weder mich noch das Kind kannten, haben mir gesagt, was ich zu tun habe…

Ich weiß nicht alles über Kinder. Und womöglich haben viele einige Leute auch irgendwo Recht gehabt. Klar, ich habe oft gedacht: „Ja, ich mach es anders als du, aber nur weil ich sehe, wie sch… du das machst“, oder „Wenn du mal Kinder hast, wirst du das eh ganz anders machen„. Aber es gab auch gute Ratschläge. OK, aus meiner Sicht gab es einen wirklich guten Ratschlag. Es war übrigens der einzige Ratschlag, den mir ein befreundetes Pärchen gegeben hat: „Mach alles so, wie DU es für richtig hältst“.

Diesen Ratschlag möchte ich euch ganz besonders ans Herz legen. Wenn ihr etwas für falsch haltet, aber alle anderen meinen, es wäre richtig, dann lasst es trotzdem. Die Verantwortung liegt bei euch, nicht bei den Anderen. Die Zeche zahlt ihr, nicht die Anderen.

Dieser Ratschlag ist mein persönliches #GutGemacht, denn nachdem wir ihn befolgt haben, wurde alles leichter. Waren wir unsicher, haben wir unsere Hebamme angerufen und niemand anderen. Hat jemand etwas anderes gesagt, konnten wir drüber lächeln. Heute kann ich sagen, alles was meine Kinder sind und machen, im Guten wie im Schlechten, haben wir so beeinflusst, wie wir es zu dem Zeitpunkt als richtig erachtet haben. Und nicht, wie andere es gerne wollten.

Licht und Schatten

War es anstrengend, das Kind 25 mal die Treppe rauf und runter zu tragen? Ja, natürlich. Aber sonst hat der Kleine nicht gepennt oder sich die Lunge aus dem Leib geschrien. Wäre es einfacher gewesen, die Kinder durchgehend abzugeben. Ja, aber warum hole ich mir dann Kinder? Ist Selberkochen gesünder als Fertignahrung? Wahrscheinlich, aber er hat selbst gekochtes nicht gegessen. Ist stillen mit 14 Monaten nicht anstrengend? Natürlich, aber er stand nun mal nicht auf die Milch, sondern auf die Verpackung.

Schön ist auch, das man sich bei dieser Art der Kindererziehung nur mit einer anderen Person einig sein muss: Seinem Partner. Und da ich der Mann im Haus bin, vertreten wir beide natürlich die gleiche Meinung. Die meiner Frau. (Wobei ich dazu sagen muss, das wir das unglaubliche Glück haben, so oft der gleichen Meinung zu sein, das wir uns teilweise schon anpampen, nur um mal streiten zu können.) Das ist viel einfacher, als wenn man immer in einer Gruppe abstimmen lassen muss, damit sich keiner auf den Schlips getreten fühlt.

Kennt ihr die Geschichte von dem Bauern und seinem Sohn, die ein Pferd verkaufen wollten und auf jeden gehört haben, der ihnen begegnete? Der Vater soll reiten, der Sohn soll reiten, ihr sollt beide laufen, ihr sollt beide auf dem Pferd sitzen. Am Ende haben sie das Pferd getragen und wurden von allen ausgelacht.

Und worauf bin ich noch stolz

Wenn ich schon mal am angeben bin, möchte ich nicht unerwähnt lassen, das ich ziemlich viel selber gebaut habe für die Jungs. Ein Spielhaus, die Sandkiste unter dem Spielhaus, die große Sandkiste die ich an das Spielhaus anbauen musste, weil 2 mal 1,5 Meter nicht ausreichen sowie die Kinderhochbetten und die Kettcargarage. Meine Jungs haben nicht nur viel Platz zum Spielen, das meiste haben sie selber mit aufgebaut. So hat mein Großer mit 6 die Steine für die Kettcargarage alleine verlegt. Oder er hat mir einen Grilltisch gebaut. Das sind tolle Erlebnisse und ich glaube, sie bedeuten den Kindern sehr viel. Auch wenn unser Hof 3/4 des Jahres wie eine Baustelle aussieht.

Und was habe ich „schlecht“ gemacht?

Rückblickend kommt mein „schlimmstes“ Verhalten auch aus der Zeit, als mein Großer noch ganz klein war. Als er geboren wurde ist in mir ein „etwas“ übertriebener Beschützerinstinkt erwacht. Tatsächlich musste ich mich zurückhalten, Rentner die den Kleinen angesprochen haben, nicht anzugreifen. Bei allem, was den Kleinen anging, war ich gleich auf 180 und habe mich rumgestritten. Mit der Zeit konnte ich das bändigen, aber damals hatte ich mich fast nicht im Griff. Wenn ich etwas ändern könnte, dann würde ich damit anfangen.

Letzten Endes ist aber alles gut geworden. Heute bin ich ruhiger und habe aus meiner Sicht die tollsten Kinder der Welt. Die Jungs haben beide ihre Ecken und Kanten, aber sind trotzdem sehr lieb und eigentlich ziemlich folgsam geworden. Und Frech. Und Laut. Sehr Laut…

Das wars mit meinem persönlichen Eigenlob und der Selbstkritik. Vielleicht habt ihr ja ähnliches erlebt oder aber ihr seit ganz anderer Meinung. Schreibst in die Kommentare, ich freue mich.

Viele Grüße und eine Entspannte Zeit,
Thomas

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